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Island in Clouds, Ausstellungsansicht DiesDas,Karlsruhe, 2018

 

Blue Ridge Island, 2017, 30 x 40 cm

Serra Island with Blue Reflection, 2016, 30 x 40 cm

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Pfalzpreis für Malerei, Ausstellungsansicht MPK Kaiserslautern, 2018

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Things that melted #2, 2019, 36 x 22 cm

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Things that melted #1, 2019, 45 x 30 cm

Sky Pieces and Riverbeds #1,

2019, 30 x 22 cm

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Plants and Vases, 2018, je 40 x 30 cm

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Untitled, 30 x 21 cm, 2018

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Of Blue and other Colors V und IV, 2019, 30 x 21 cm, und 21 x 28 cm

Of Blue and other Colors I, II, III, 2019, je 30 x 21 cm,

Young Artists, Ausstellungsansicht, ARTLETstudio Karlsruhe, 2019

Interieur I, 60 x 60 cm, 2017

Interieur II, 60 x 55 cm, 2018

Interieur III, 60 x 60 cm, 2018

Interieur IV, 60 x 50 cm, 2018

Interieur V, 65 x 36 cm, 2018

Untitled (The snows of Kilimanjaro),

30 x 21 cm, 2017

Untitled, 30 x 21 cm (2-teilig), 2018

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Of Flowers and Men, 30 x 40 cm, 2018

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Canadian Island, 2017

gallery/exhibits 1_jaffé
gallery/exhibits 2_jaffé

Exhibits I und II, 30 x 21 cm, 2017

gallery/aedaen_jaffé_19

Contemporary Art Prize, Ausstellungsansicht, Aedaen Gallery, Strasbourg, 2019

gallery/inselromanti
gallery/inselromant2
gallery/separate horizons ii_jaffé

Tough Times call for Shiny Things #1, 2019, Keramik

Fundstücke (Findings), 2019, Keramik 2-teilig, 31 x 20 cm

gallery/infinity collage

Things that melted #3, 2019, Keramik, Malerei, Fotografie

gallery/tough times call for shiny things_jaffé
gallery/20190704_121138_

Tough Times call for Shiny Things #2, 2019, Keramik

gallery/fundstück_2018_jaffé

Fundstück/Finding, 2018, Keramik und Kalkstein

gallery/fs venice__

Fundstück/Finding, #178 2019, Keramik

Separate Hprizons, 2018 

Gips, Knochen, Glas und Spiegel auf Stahlsockel

110 x 34 x 34 cm

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gallery/ausstellungsansicht_casabossi_jaffé

Handsome Worries, 2018, Schrift in Glas auf Drahtgestell, 10 x 100 x 17 cm

A Place to Live, 2018, Ausstellungsansicht Casa Bossi, Novara, Italien

Vita

 

 

Valentina Jaffé, geboren 1990 in Bad Dürkheim, lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Mannheim. Von 2011-2016 studierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Nora Schultz und Professor Ernst Caramelle. Jaffé arbeitet in fortlaufenden Serien, in denen sie ihre Motive durch ein repetitives, aber variierendes Umkreisen erforscht. Sie verwendet Materialien wie Papier, Keramik, Gips und Glas.

gallery/jaffé_18

 

Preise und Auszeichnungen

 

2017                               Art Prize Contemporary - Bonn, Straßburg, Novara

 

Ausstellungsauswahl

 

2019                               Die große Pflanze aus Stein, Nukleus, Ludwigshafen (G)             

                                       Contemporary Art Prize, Aedaen Gallery, Strasbourg, France (G)

                                       Ludwigshafen summt und brummt, Rudolf-Scharpf Galerie,                                                           Ludwigshafen (G)

                                       Young Artists, ARTLETstudio Karlsruhe (G)

 

2018                               Jahresgaben 2018, Heidelberger Kunstverein (G)

                                       Pfalzpreis für Bildende Kunst, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (G)
                                       „Ich habe meine Sprache gefunden“, Kunstverein Ladenburg (G)
                                       Circling, Ateliers im Delta, Mannheim (E)
                                       DiesDas, Villa Gellertstraße, Karlsruhe (G)
                                       A Place To Live, Casa Bossi, Novara, Italien (G)
                                       Separate Horizons, FensterPlatz, Heidelberg (E)

2017                               A Bit More Different. Paul-Clemen-Museum, Bonn (E)
                                       Eden. Off//Foto 2017, Abrisshaus GAG, Ludwigshafen (G)
                                       Zeitausbeute, Dezernat 16, Heidelberg (G)
                                       Insel, Breidenbachstudios, Heidelberg (E)

2016                               In little Slices, Villa Ecarius, Speyer (E)
                                       Just in Case, Breidenbachstudios, Heidelberg (G)

2015                               Aquarellmalerei, Abgeordnetenbüro des Landtags, Mainz (E)
                                       Formen im Fließen, Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (E)

2014                               Jahresausstellung, Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (G)
                                       Jehnici Art Festival, Istrien, Kroatien (G)

2013                               All In , Kunstverein Bad Dürkheim (G)

                                       Jessa: Politisch , Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (G)
                                       Mal so Mal so, Abgeordnetenbüro des Landtags, Mainz (G)
                                       Schwarmverhalten, Kunstpavillon, München (G)

                                       G = Gruppenausstellung E = Einzelausstellung

 

 

 

Contemporary Art Prize 2017

Valentina Jaffé

 

 

Ausstellung im Paul Clemen Museum 

des Kunsthistorischen Instituts der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


 

‚Handsome Worries’, 2017

 

   Im Mittelpunkt und Vordergrund der Ausstellung steht zunächst die Arbeit ‚Handsome Worries’. Sie besteht aus 15 Reagenzgläsern waagerecht, von einem feingliedrigen Drahtgestell stabilisiert, in einer Vitrine präsentiert. Auf den Gläsern kann man jeweils eine auf transparenter Folie gedruckte Frage lesen: Why do you like my artworks? Why do you never ask me about my art? Can I decorate your home with my worries? Mit dieser delikaten Arbeit trifft Valentina Jaffé geradezu den Kern der Thematik des Contemporary Art Price 2017, nämlich ‚Panik’. Das Themenfeld wird mit viel Esprit illustriert, karikiert und parodiert; es fokussiert auf und verhandelt die Ängste, Zweifel, Wünsche und die Unsicherheit einer jungen Künstlerpersönlichkeit. Gewiss bieten heutzutage die wenigsten Ausbildungsgänge, ausgenommen solche im Ingenieurwesen und IT-Bereich, sichere Berufsaussichten. Aber für Künstler*innen ist die Lage weitaus existentieller; denn trotz fulminanter Preise auf dem Kunstmarkt weiß man, dass nur die wenigsten von ihrer Kunst leben können, im wirtschaftlichen und sozialen Netzwerk geradezu vogelfrei sind und 'ohne Netz' arbeiten. Die vorgetragenen ‚worries’ (Sorgen) sind also keine kokette Spielerei, sondern artikulieren existentielle Momente. Wie der schöne ‚double bind’-Titel ‚Hübsche Sorgen’ zeigt, ist die Arbeit dialektisch angelegt: Was ist „schön“ an Ängsten?  Genauso sind die Arbeit und ihre künstlerische Umsetzung angelegt: Die Reagenzgläser signalisieren eine experimentelle Situation, eine naturwissenschaftliche Untersuchung, ein Suchen und Wissenwollen, Transparenz, eine Versuchsanordnung und eine Offenlegung. Innerstes wird offenbart, ausgestellt, ausgesetzt (exhibition-iert), aber durch genaue formale Anlage und ästhetische Formgebung kontrolliert, ist Kunst doch Formgebung, Gestaltung, Visualisierung des nicht Darstellbaren. In diesem Spannungsfeld von Preisgabe und Fragilität, Offenbarung und Gestaltungswillen ist diese Arbeit in ihrer verletzlichen Präzision geradezu eine Metapher für künstlerisches Sein. Zugleich wirkt die Reihe der 15 Gläser unabgeschlossen, fortsetzbar, als könnten sich immer neue Sorgen einstellen.

 

   In den weiteren Arbeiten, Photographien, Collagen, Découpagen, Gemälden, Objekten, Plastiken und Installationen finden sich neue Themen und ein weiteres Feld: Natur und Elemente. Zugleich erkennt man den selben konzeptuellen Zugriff, eine serielle Herangehensweise, ein repetitives, aber variierendes Umkreisen einer Thematik. Die Natur ist zwar auffällig präsent, aber nicht als Ort, sondern als Material, Medium und Resonanzraum. Wenn der Blick z. B. über eine schimmernde Wasserfläche auf einen dahin schwindenden Horizont streift und sich der Himmel als Wasserfläche erweist, fragt sich der zum Schaugenuss verführte Betrachter: Auf was schaue ich eigentlich? Der Titel des Bildes verrät es: auf eine Insel, die sich aber einer topographischen Erschließung entzieht. Dieses Thema wird auch von den Gouachen, Découpagen, Collagen und Objekten ausgelotet. Jaffé verrät, dass es sich um eine Serie mit dem Titel 'Insel - die Anziehungskraft des verheißungsvollen Nichts' handele und das Thema der „einsamen Insel als Fluchtort und Projektionsfläche“ sie beschäftige. Dieses Themenfeld evoziert Schillerndes zwischen utopisch Paradiesischem und dystopisch Angst einflößenden Phantasien von Einsamkeit und Verlassenheit.

 

   Erneut erweist sich Jaffés Zugriff von subtilem double bind geprägt; denn ihre Arbeiten loten die spannungsvolle Ambivalenz zwischen Anziehung- und Abstoßung, positiv und negativ, Versprechen und Enttäuschen aus. Ihre gezeichneten, kolorierten ausgeschnittenen, bemalten, collagierten Inseln sind real und abstrakt, gewähren Raum und schaffen Anreize zu eigenen Assoziationen. In den objekt- und installationshaften Umsetzungen des Themas in den Vitrinen, den keramischen Inseln oder geschichteten Glasscheiben mit Steinen/Gipsklumpen oder Kacheln, werden Materialkonstellationen, die sowohl imaginativ gelesen als auch konzeptuell gedeutet werden können, systematisch erkundet. Immer handelt es sich um abstrahierte Landschaften, Horizonte und landschaftliche Konfigurationen (Insel, Hügel, Eisberge) und zugleich um elementare Konfrontationen (Glas, Steine, Gips): Natur/Kunst, gemacht/geworden, hart/fragil, Sein/Schein. Die Steine, die wie vom Wellengang erodierte große Kiesel oder sanfte Inseln anmuten, sind indessen aus Gips: eine Anspielung Jaffés auf die Lehrgipse des Paul Clemen Museums, also eine ‚site specific’ Bezugnahme. Die zum Teil abgefallenen Nasen der Gipsfiguren werden uns fortan wie Jaffés Inseln anmuten. Hier treffen Artefakte auf industriell Hergestelltes (Glas, Kacheln) in einem bereits von der minimal art ausgeloteten Spannungsfeld, hier allerdings in einer spielerischen, poetischen Variation. In den Photocollagen und Montagen, die ebenfalls das Insel-Thema variieren, finden sich mehrfach Anspielungen auf Modi der Kunstgeschichte (Collage, Surrealismus etc.), Werbung und wissenschaftliche bzw. parawissenschaftliche Vorgehensweisen (Serie, diagrammatische Reihung). So überrascht es nicht, dass Jaffé gleichsam als ‚Introduktion’ zu ihrer Bonner Ausstellung ein Schwitters-Zitat gewählt hat, das einen poetisch-assoziativen Kommentar zur Realitätswahrnehmung evoziert.

 

   Ist diese spielerische Reaktion auf die verwirrende, sich immer weiter entzaubernde heutige Welt vielleicht die einzig würdige und lebenserhebende? Mit ihren zuweilen romantisch anmutenden, oft zarten Werke betreibt Jaffé eine mise en abyme dieser künstlerischen Strategie.

 

   Mit ihrer Bonner Ausstellung beweist Valentina Jaffé, dass die Jury des Contemporary Art Price 2017 eine gute Wahl getroffen hat: Ihr Werk ist reich und vielfältig, verspricht inhaltlich, konzeptuell und medial viel! Wir gratulieren ihr zu dieser gelungenen Präsentation und sind neugierig auf das, was sie uns noch bescheren wird!
 
Bonn, den 20. November 2017
 
A.-M. Bonnet

 

 

 

 

Text: Prof. Dr. A. -M. Bonnet

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